Dienstag, 14. Juni 2016

Gastbloggerserie [Gismo & Fabienne aka Marley & Ich]

Dass Gismo ein waschechter Retriever ist hat er uns schon häufig bewiesen. Und wer jetzt denkt ich rede hier von überragenden Apportierleistungen oder einem „Will-to-please“, der einen aus den Socken haut – weit gefehlt!
Natürlich überrascht er uns nicht selten mit seiner schnellen Auffassungsgabe und lernt vieles wesentlich schneller als ich. Aber heute möchte ich von einer anderen Eigenschaft erzählen, die der typische Retriever nicht leugnen kann:

Die Verfressenheit!

Es gab eine Phase in Gismo’s Welpenzeit, in der ich dachte wir würden niemals mehr Essen aus den Augen lassen können. Am Anfang war er zu klein, um sich selbst am Esstisch zu bedienen. Doch als die Beine immer länger wurde und Gismo zwischenzeitlich eh dachte er wäre ein Känguru, entdeckte er eine ganz neue Welt.

Den ersten Raubzug startete er als es während meines Frühstücks an der Tür klingelte. Wie das immer so ist, nimmt man sich nicht die Zeit, das Essen kurz welpensicher weg zu legen sondern sprintet zur Tür als würde es um Sekunden gehen! Es war die Nachbarin, die geklingelt hatte und nichts wirklich wichtiges wollte. Ich wunderte mich noch warum Gismo nicht mit zur Tür gekommen war und hörte kurz darauf ein empörtes Welpengebell. Schnell die Nachbarin auf ein späteres Gespräch vertröstet und zurück zum Welpling gelaufen, der ja scheinbar ein Problem hatte.  Man macht sich ja direkt Sorgen, das Bellen klang sehr kläglich. Überraschender Weise saß Gismo freudestrahlend auf meinem Stuhl und dachte anscheinend ich bringe Nachschub – mein Frühstück war nämlich bereits aufgegessen! Grund für seine vorherige Empörung war scheinbar gewesen, dass mein Frühstück viel zu schnell aufgegessen war! Blöd nur, dass das die letzten Scheiben Brot waren – ich durfte also ohne Frühstück das Haus verlassen! Böse war ich ihm nicht, noch glaubte man ja naiv an jugendlichen Übermut und, dass es ein einmaliger Ausrutscher war.

Einige Tage später räumten mein Freund und ich gerade das Abendessen vom Tisch und ließen die Reste kurz stehen, weil wir diese für den nächsten Tag einpacken wollten. Anfängerfehler! Gismo durchschaute die Situation blitzschnell und sprang in einem unbemerkten Moment auf den Tisch. Ja richtig gelesen! Als ich zur Wohnzimmertür hereinkam stand der freche Möpp auf dem Tisch – das Schnitzel bereits im Maul. Wir standen uns wie Stier und Torero gegenüber, keiner wollte den ersten Schritt machen. „Was mach ich denn jetzt?“, dachten wir wahrscheinlich beide. Ich entschied mich für ein gehöriges Donnerwetter, was Gismo allerdings nicht dazu bewegte, das Schnitzel los zu lassen.  Er rettete statt dessen seine Beute ins Körbchen schlang das Schnitzel in zwei Bissen runter.  Erziehungstechnisch alles falsch gemacht in dem Moment. Einem Kind hätte man wenigstens sagen können: „Ich hab’s dir ja gesagt! Die Bauchschmerzen hättest du dir ersparen können!“ Nichts desto trotz sind es rückblickend wirklich lustige Situationen gewesen.
 
Und diesen Blick kennt wahrscheinlich jeder Hundehalter von seiner Fellnase:
 
„Oh, da bist du ja schon wieder. Das ist jetzt etwas blöd...“
 

 
*hahahaha* - jaja, so ein toller "Toller" ;).
--> Vielen Dank, Fabienne & Gismo für diese wunderbar lustige Spring-auf-den-Tisch-Story. :)
Wir mussten herzhaft lachen und konnten uns das das verdutze Gesicht, wo Gismo auf frischer Tat ertappt wurde bildlicht vorstellen (wer kennt es nicht) ;).

Kommentare:

  1. Haha, eine klasse Story. Ist wohl jedem schon mal passiert, aber es zeigt auch, wie wir Hunde euch lehren, eure Fressalien ordentlich in Sicherheit zu bringen und Ordnung zu halten.

    Wuff-Wuff euer Chris

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  2. Pruuust, eine herrliche Geschichte. Und wer hat das in der Welpenzeit nicht schon einmal erlebt? Schnitzel ins Maul und weg ...

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  3. *lach* Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Emma hat mir auch schon mal mein Mittagessen geklaut als die Postfrau klingelte.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  4. Ha, mutiert zu einem Kängeru, das ist nun wirklich einmal etwas originelles - irgendwie müssen wir ja unseren unbändigen Hunger stillen - ist ja in unseren Genen angelegt.
    Nasenstups von Ayka

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  5. Hihi :D Ja, der Ghandi hat ganz früher auch mal die Rouladen, die für das Sonntagsessen gedacht waren, von der Küche gemopst. Nun, es gab dann keine Rouladen .... :D Im ersten Moment ärgerlich aber wenn man sich später zurück erinnert sind diese Erinnerungen unbezahlbar :D

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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